Projekte für den Winter

Mit dem Herbst ist das Kulturbüro wieder da

Im Sommer treibt es auch das Kulturbüro nach draussen, um genug vom Sommerlicht zu tanken. Die Zeit im Sommer ist ereignisreich und sehr kurzweilig. Mit Blick auf das wunderschöne Sommerwetter vor dem Fenster fällt die Arbeit am Schreibtisch schwer.
Jedoch bedeutet dies nicht, dass neue Ideen und bestehende Projekte nicht weitergedacht werden: Die Früchte des Sommers leuchten in satten Farben, die Ideensaat geht auf und entwickelt weitere Blüten.
Wenn das Jahr draussen dunkler wird, ist es am Büroschreibtisch umso kuschliger.

Rückblick auf die Sommerzeit 2016

Kunstrasenbüro

Im Juni und Juli besteht die Haupttätigkeit des Kulturbüros aus Kunstrasenbüro Arbeit, hinter die alle anderen Projekte zunächst zurückstehen.

Auch beim Kunstrasen Open Air 2016 durfte das Kulturbüro wieder als „Team Kunst“ zusammen mit Pia Jaroschinsky die Kunststausstellung organiseren in Konzeption, Umsetzung, Koordination und Vermittlung, also kurzum der Kuration.

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KUNST-bericht KOA 2016

Wie im letzten Jahr wollen wir unseren Leserinnen und Lesern eine Zusammenfassung in Berichtform von der Ausstellung auf dem Kunstrasen Open Air 2016 präsentieren.

Beim diesjährigen Open Air konnte die Freilicht Kunstausstellung sich noch größerer Teilnahme seitens der Ausstellenden erfreuen.
Auch wenn das Live-Musikprogramm erst am frühen Abend anfing und viele Festivalgäste erst später am Tag auf die Wiese lockte, nutzten viele die Gelegenheit, bei entspannten Kunstgesprächen im kühlen Schatten der Kunst-Pavillons mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern, die an diesem Vormittag ihre Werke dort aufegebaut hatten, locker und kurzweilig die Zeit zu verbummeln und Kunst zu schauen.

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Das Gelände des Kunstrasen Open Airs 2016 (Foto: B. Tomann)

Projekte für den Winter

Schwanen-Kulturabende

Im Winter 2016/2017 wie auch im kommenden Jahr werden wir das Programm für die Schwanen-Kulturabende fortsetzen.

Schwanen-Einjahresfeier mit Blackbox

Zum Abschied der Sommerzeit und Begrüßung des Herbstes spielte die in Buchen verwurzelte Band Blackbox im Saal für die Gäste der Einjahresfeier des „Schwanen“ eines ihrer derzeit raren Konzerte.
Anschließend stand zur Freude der musikinteressierten Gäste und unter diesen anwesenden Musikerinnen und Musikern eine Jam-Session mit offener Bühne auf dem Programm des feierlichen Musikabends im Schwanen.

(c) P. Jaroschinsky

Ausstellungsprogramm

Die aktuelle Ausstellung im Saal des „Schwanen“  wird vom Kulturbüro kuratiert. „kunstrasen PRÄSENTIERT: Isabelle Semma und Pia Jaroschinsky im Dialog der Collage“ zeigt einige Werke der Künstelrinnen Isabelle Semma und Pia Jaroschinsky noch bis zum Jahresende.

Das Kulturbüro arbeitet aktuell an der Entwicklung des weiteren Ausstellungsprogramms sowie Begleitveranstaltungen für die Wechselausstellungen im Gasthaus Zum Schwanen für das kommende Jahr. Wir werden aktuell informieren.

kunstrasen PRÄSENTIERT

Das Kulturbüro als „Team Kunst“ des Kunstrasen e.V. organisiert in Zusammenarbeit mit dem Kunstrasen Buchen e.V.und mit verschiedenen Partnern und Mitveranstaltern die Ausstellungsreihe „kunstrasen PRÄSENTIERT“. Bei dieser Reihe stellen wir die in der Kunstrasen Kunstkertei vertretenen Künstelrinnen und Künstler an verschiedenen Locations aus. Die Programmentwicklung dieser Ausstellungsreihe übernimmt das Kulturbüro Buchen. Die Prämiere bildet die Ausstellung „Collage im Dialog: Isabelle Semma und Pia Jaroschinsky“.

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Aufbau der Austellung im Schwanen „Collage im Dialog“

BarockRegion2016 Amorbach Barock

Zusammen mit dem Atelier Chateauneuf und der Freien Akademie Amorbach kuratieren wir die Ausstellung „Barocke Blickregie: Opulenz und Vanitas“ im Rahmen der großen Mannheimer Ausstellung BarockRegion2016 „Alles nur schöner Schein?“, die noch bis zum 28. Februar zu sehen ist. Neben der großen Schau in den Mannheimer Museen ist in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar und darüber hinaus ein sehr vielfältiges Begleitprogramm geboten.

Sommer beginnt

Sommerzeit ist Gartenarbeit-Zeit!

Beim Kulturbüro wachsen und wuchern die Ideen wie wildes Sommerwiesenunkraut und wir sind sehr auf die Früchte der Arbeit gespannt und welche Blütenpracht sie wohl treiben mag.

Der eintausendste Gast auf Kulturbüro und Vorfreude auf die erste dreistellige Besucher-Schnapszahl!

Wir danken für das Interesse und freuen uns, dass Sie vorbeischauen, werte Freundinnen und Freunde des Kulturbüros, liebe Gäste.

Im Folgenden ein kleiner Überblick der aktuellen Projekte:

Mitarbeit im Projekt TRACES

Für das Kunstprojekt TRACES durfte das Kulturbüro das Thesenpapier entwickeln, das die künstlerisch-pädagogische Arbeit bei diesem Ausstellungsprojekt theoretisch, wissenschaftlich und kontextuell unterstützen und begleiten soll, um schließlich auch praktisch angewandt zu werden.

Das Kunstprojekt unter der Leitung von Regisseur David Grimaud, den wir durch frühere Zusammenarbeit bereits kennen, beschäftigt sich auf der künstlerischen Ebene mittels verschiedener Sparten der Kunst, wie Fotografie und Film, Theater und Musik, sowie angewandter Kunst aus den Bereichen Handwerk und Mode wie Mosaik und Druckgrafik, sowie Bildkunst wie Skulptur, mit den Themen, die um das Schlagwort >>Migration<< kreisen: Kultur und Identität, Herkunft und Orientierung, sowie die Folgen von Kriegen im 21. Jahrhundert.

Die Werke entstehen anlässlich des vierjährigen Bestehens des Interkulturellen Zentrums Heidelberg und der Eröffnung des Intercultural Welcome Centers im Patrich-Henry-Village HD, eines innovativen Pilot-Projektes in Baden-Württemberg. Federführend bei dem Kunstprojekt ist die WERKstattSCHULE e.V. und das Interkulturelle Zentrum, Heidelberg.

Die einzelnen Beiträge werden während der im Juni und Juli stattfindenden Workshops geschaffen, bei denen die Auswahl der Teilnehmer sich bewußt und gezielt auf  unterschiedlichste Hintergründe erstreckt hat, wie (einen über mehrere Generationen reichenden) Migrationshintergrund.
Geflüchtete oder Flüchtlinge, Zuwanderer, Einwanderer, und Einwohner aus der Heidelberger Gegend werden zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Kulturpädagoginnen und unter wissenschaftlicher Begleitung die von David Grimaud und Isabelle Semma koordinierten Kunst-Konzepte ausführen. Die Arbeiten werden bei den Feierlichkeiten zu genannten Anlässen der Öffentlichkeit präsentiert. Beginn ist der 22. Juli.

Ausstellungskonzept Barock Amorbach BarockRegion2016

In Zusammenarbeit mit dem Atelier Chateuneuf erarbeitet das Kulturbüro im Rahmen der BarockRegion 2016 der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim ein Ausstellungsprojekt, das sich mit verschiedenen Mitteln der Kunst im Medium der Ausstellung mit den Bezügen der Odenwald-Stadt Amorbach zum Zeitalter des Barock, beschäftigt: Opulenz und Vanitas.

Team Kunst Kunstrasen Open Air

Sommerzeit ist auch Kunstrasen-Zeit!

Das Team Kunst tüftelt und werkelt am Ausstellungskonzept: Es sind nur noch wenige Ausstellungspositionen frei. Bald werden die ersten Namen veröffentlicht, man darf also gespannt sein.

Führung und Ausstellung Fernand Semma

Am 4. Juni veranstalten wir zusammen mit dem Atelier Chateuneuf den „Semma-Samstag“.

Gegen 14.30 Uhr wird es die Möglichkeit geben, an der Stadtführung teil zu nehmen. Im Anschluss findet eine Filmvorführung von „Fernand Semma – die Stille ist der Unruhe Herr“ im Semma-Raum des Bezirksmusems Buchen statt.

Als programmabrundenden Abschluss findet gegenüber dem Museum, im Gasthaus Zum Schwanen, ein Musikabend statt. Wer da noch nicht genug Kulturgenuss hatte, kann hier noch weiter genießen, gerne auch bei einem kühlen, frischgezapften Bier.

Kulturveranstaltungen im Schwanen

Gemeinsam mit dem Atelier Chateuneuf und in Zusammenarbeit mt Schauspieler David Grimaud und den Musikern Jonathan Kirchgeßner und Florian Mackert, organisieren wir am 4. Juni den zweiten Kulturabend im Gasthaus Zum Schwanen.

Die Musiker und der Schauspieler werden an diesem Abend die Lyrik Fernand Semmas interpretieren. Man darf sich also auf ein spannendes Programm freuen!

Kellereistraße Kulturmeile: Heike Jeschonnek im Kulturforum noch bis 22. Mai zu sehen

Noch bis zum 22. Mai ist die Ausstellung im Kulturforum zu sehen. Während der Öffnungszeiten hat der Besucher den großzügigen Ausstellungsraum meistens für sich alleine, womit der ungestörte Kunstgenuss garantiert ist.

Bei dieser Schau im „Vis-á-Vis“ präsentiert die Künstlerin ihre Arbeiten, die mittels einer Wachs-Ritz-Technik entstehen und dadurch eine reliefartige Haptik erhalten, die den Betrachter einlädt, näher ins Bild hineinzuschauen.

Die Motive findet Jeschonnek in der Bilderwelt der modernern Medienlandschaft, wobei sie diese collage-artig in ihren tiefen Bildräumen neu anordnet und interpretiert.

Come Together

Die Konzept-Planungen für die „Come Together Kunstrasen-Schule Freies Atelier“ laufen weiter.

Im Moment sind wir noch auf der Suche nach Helfer/innen und Mitmacher/innen sowie Künstler/innen für die geplanten Workshops.

Ausstellung Migrationsgeschichte Buchen

Auch ein Programm-Beitrag für den neuen Mehrgenerationentreff ist vom Kulturbüro geplant.
Wir werden die „Interkulturellen Abende“ organisieren. Auch eine Ausstellung über die Migrationsgeschichte in Buchen ist in Planung.

Interkulturelle Abende im Mehrgenerationentreff

Weitere Informationen folgen bald!

Toni Hoffmann und Aljosha Konter im Schwanen

Aljosha Konter und Toni Hoffmann eröffnen mit einem Musikabend die neue Kultur-Reihe des „Schwanen“

Gastbeitrag von Jonathan Kirchgeßner

von Jonathan Kirchgeßner Die beiden Singer-Songwriter, die im Duo aus Stuttgart angereist waren, hatten das Privileg vergangenen Donnerstag, den 07.04.16 die neue Kultur-Veranstaltungsreihe im Gast…

Quelle: Toni Hoffmann und Aljosha Konter im Schwanen

Kunstrasen Freilicht-Galerie Ausstellungskonzept

Text aus dem KUNST-rasen MAGAZIN, Ausgabe 1/2015 in leicht überarbeiteter Fassung.

Für alle, die kein Exemplar abbekommen haben, hier nochmal nachzulesen.

Quelle: Kunstrasen Freilicht-Galerie Ausstellungskonzept

Das Kunstrasen Open Air Ausstellungskonzept Natur, Musik, Kunst – Festival der Künste im Odenwald   Die Idee ein Kunstfestival auf einer Waldwiese zu veranstalten, bei dem die Ausstellung von …

 

Neue Ausstellung im Gasthaus Zum Schwanen

Pauline „Paulinka“ Maj  im Saal und Fernette in der „Galerie“

Kunst und Gastronomie

Kunst und Kultur sind für und brauchen ein Publikum. Erst wenn das Publikum, die Bilder schaut, die Musik hört, oder das Theaterstück sieht, hat das Werk seine Empfänger erreicht. Im besten Fall entwickeln sich angeregte Gespräche und die Zuschauer tauschen sich über das Gesehene und die eigenen Blickpunkte aus, wodurch wiederum neue Sichtweisen entstehen.

Restaurants, Cafés und andere gastronomische Lokale sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen, um gemeinsam zu schlemmen und zu trinken, zu reden und sich eine gute Zeit zu gönnen. So liegt es nahe, Kunst in die Gastro zu bringen und das Genusserlebnis auszudehnen.

Was gab und gibt es schon im „Schwanen“?

Das Gasthaus zum Schwanen in Buchen will nicht nur aufgrund seiner räumlichen Nähe zum Bezirksmuseum ein Ort der Kultur sein. Die Kunst-Affinität des Schwanen-Wirts Simon Schäfer zeigt sich nicht zuletzt durch seine aktive Mitgliedschaft im Kunstrasen Buchen e.V..

Zur Neueröffnung präsentieren sich die Innenräume in neuem Glanz und auch das Logo-Design wurde einer Erneuerung unterzogen. Der neue Schwan entspringt der Autorenschaft der Buchener Künstlerin Isabelle Semma, die in der Nachbarschaft das Atelier Chateauneuf betreibt.

Die Künstlerin und Kuratorin hat die „Quartal-Ausstellungen“ im „Schwanen“ ins Leben gerufen. Die erste Ausstellung zeigte einige Werke der Malerei sowie eine Skulptur Semmas in der so genannten „Klo-Galerie“. Im Saal hat sie die Ausstellung des verstorbenen Vorgängers Stefan Leis  kuratiert, der leidenschaftlicher Amateur-Fotograf war und ein umfangreiches Oeuvre hinterlassen hat.

Als Dauerhängung sehen die Gäste des Schwanen ein von Isabelle Semma gestaltetes Foto-Relief, das alte Ansichten der Stadt Buchen, sowie Portraits von mit der Geschichte des Schwanen verbundenen Persönlichkeiten zeigt: „Die Ahnen des Schwanen“. Zudem beherbergt  das Restaurant eine Station des Fernand-Semma Ausstellungsparcours.

Paulinka im Saal

Seit März ist die neue „Quartal-Ausstellung“ zu sehen. In den kommenden drei Monaten hängen im Saal die Bilder der Buchener Künstlerin Pauline „Paulinka“ Maj.

„Paulinka“ kam in Polen zur Welt und lebt seit 1990 in Buchen, wo sie nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zu Mediengestalterin absolviert hat. Da sie schon immer einen Hang zur Kreativität hatte, wählte sie diesen Beruf im kreativen Bereich. Schon zu Schulzeiten hat sie sich autodidaktisch mit dem Malen und Zeichnen auseinandergesetzt. Nach einer achtjährigen Pause hat sie ihre frühere Leidenschaft wieder aufgenommen und ist seitdem wieder künstlerisch tätig. Ihre neueren Werke sind nun im Gasthaus Zum Schwanen zu sehen.

Im Saal sind einige ihrer fotografischen, malerischen und grafischen Arbeiten ausgestellt.
Die Fotografien zeigen vertraute Buchener Motive, unter einem künstlerischen und bisweilen unbekannten, verträumten Blickwinkel. Auch die Technik ist unkonventionell: Die Foto-Folien werden auf unbehandelte Multiplex-Platten im Transfer-Verfahren aufgezogen, sodass eine haptische, geradezu malerische Beschaffenheit entsteht.

„Paulinka“ beschreibt sich selbst als „Kreativ-Chaot“, die Motiv-Wahl erfolgt bei ihr „impulsiv und infinitv“. Ihre Bilder sind Stimmungs- und Momentaufnahmen. Die Motive findet die Künstlerin spontan und zufällig, dies können Portraits von Persönlichkeiten des Showbusiness aber auch aus ihrem unmittelbaren Freundeskreis sein. Paulinka malt, was als Motiv sie anspricht.
Die grafischen und malerischen Arbeiten erforschen die menschliche Physiognomie.  Zu  sehen sind sowohl grafische Studien auf Multiplex-Platte als auch Acryl-Malerei auf Leinwand.

Der Saal des Gasthauses ist mit dieser neuen Ausstellung um ein weiteres Mal in eine den Motiven der Bilder verdankte, stimmungsvolle Atmosphäre getaucht, in der es sich bei einem frisch gezapften Bier und einem der Gerichte von Schäfers ansprechender Karte gemütlich verweilen lässt.

Fernette in der „Galerie“

In der „Klo-Galerie“ sehen die Gäste die Foto-Serie „Der Mittelpunkt der Welt“ der jungen Buchener Künstlerin Fernette. Die Motive dieser Reihe fand sie auf ihrer Ecuador-Reise. Dazu zeigt Fernette Studien ihres Skizzenbuches.

Der verworrenen Baugeschichte des geschichtsträchtigen Gasthauses ist die heutige Raumaufteilung geschuldet. Aus dem Schankraum hinaus führt der Weg in einen langen Gang, an dessen Ende sich die Toiletten befinden. Die Größe des Ganges wird durch den dort auf rotem Hintergrund hängenden großformatigen Spiegel mit massivem Goldrahmen noch zusätzlich unterstrichen: Viel Platz für die Hängung von Bildern, wenn auch die Umgebung zunächst überraschen mag.

Noch bis Mai sind die Werke der Künstlerinnen zu sehen. Das Gasthaus zum Schwanen freut sich auf den Besuch kulturinteressierter Gäste und arbeitet schon an weiteren kulturellen Formaten, die das gemütliche Lokal mit buntem Leben füllen wollen.

Die Geschichte des Gasthauses Zum Schwanen seit 1650

Das Gasthaus zum Schwanen in der Kellereistraße im Laufe der Geschichte seit 1650

366 Jahre Gasthausgeschichte beim „Amandshof“

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Die Geschichte des Anwesens an der Kellereistraße 44 ist eng mit der Geschichte der Stadt Buchen verbunden. Ursprünglich landwirtschaftliche Wirtschaft- und Wohngebäude, wurde das Haus 1650 erstmals urkundlich als „Kellerei-Lehen“ mit dem Namen „Cuntz am Endshof“, ein andermal 1840 als „Kunz Amandshof“ erwähnt.
Dieser befand sich an einer belebten Stelle: Unmittelbar hinter dem Würzburger Tor, am östlichen Ende der Stadtbefestigung. Besucher, Gesandte, Bittsteller und die Amtsangestellten kamen hier vorbei, um im Amtshaus, der Hofverwaltung in kurmainzischen und badischen Zeiten, ihre Geschäfte zu erledigen.

So hat es sich für die ersten Hofinhaber angeboten, an dieser gut gelegenen Stelle eine Schankwirtschaft einzurichten. Diese entwickelte sich über die Jahre, nicht ohne gegen Widerstände angehen zu müssen, zum beliebten Gasthaus.

Amandshof, Fuchs, Zum Schwanen
Seit 1650

Schon vor 1650 war das Anwesen, im Besitz des jeweiligen Lehensbauers, als ein großes altes Kellereilehen etabliert. Ab etwa der Mitte des 17. Jahrhunderts ist es mit landwirtschaftlicher Nutzung in den historischen Quellen der Stadt nachweisbar. Einer der ersten nachweisbaren Namen war ein gewisser Konrad, der „Cuntz“, der „Ends-Hof“ wurde über die Jahre zum „Amandshof“ und von der Straußwirtschaft zum Gasthaus.

Im Verlauf des 17. Und 18. Jahrhunderts kommen bis heute in der Stadt vertretene Familiennamen als Lehensbauern oder durch Heirat in den Besitz des Hofes, wobei der Name Kieser sich konstant durch die Chroniken zieht. 1791 wird der Hofbauer Franz Stephan Kieser als „Wirt“ genannt, sein Sohn Franz Stefan Kieser „Straußwirt“ und 1810 als Wirt „zum Fuchs“.

Von der Straußwirtschafts- zur Schildwirtschaftsgerechtigkeit
Das 19. Jahrhundert

Durch ein großes Tauschgeschäft, in das auch Liegenschaften in der Pfarrgasse eingebunden waren, kommt im Jahre 1812 das Anwesen in den Besitz der Familie Eiermann. Damit verbunden war auch der Verkauf der „Straußenwirtschaftsgerechtigkeit“ durch Franz Kieser jr., im Zuge derer Johann Anton Eiermann sich nun „Fuchswirt“ nannte.

Durch die Heirat seiner Tochter, Creszentia Eiermann, kommt das Haus wieder (zuletzt 1690 mit Hofbauer Peter Hemlein) in den Einflussbereich der Familie Hemlein: Creszentias Auserwählter sollte Karl Hemlein werden, der Sohn des Großherzoglichen Vogtes Josef Anton Hemlein von Götzingen.
Diese Verbindung brachte nachhaltige Veränderungen für die Gebäulichkeiten: 1823 wurden sie umgestaltet, neu gebaut und renoviertert und sogar durch einen Tanzsaal erweitert. Vier Jahre später wurde Karl Hemlein die „Schildgerechtigkeit zum Weißen Schwanen“ bestätigt, also das Recht als bestehendes Gasthaus zu wirken.

Die Geschäfte liefen gut und schon 1840 erfolgte die Ablösung aus der Gült. Mit der „Verlaßenschaftversteigerung“ aufgrund des Ablebens der letzten Vertreter der Familie Hemlein im Besitz des Anwesens in der Kellereistraße kam das Gasthaus 1858 abermals in den Besitz der Familie Kieser. Damit erwarb Alois Kieser auch die „Real-Schildgerechtigkeit zum Schwanen“. Nach wie vor lag im selben Hof auch die „Wohngerechtigkeit“ für Karl Hemlein.
Der Nachfolger und spätere Bürgermeister (1880-1904) Wilhelm Kieser erbte die Hälfte des Hauses samt der Schildgerechtigkeit „Zum Schwanen“. Bis 1930 gehörte der Schwanen der Familie Kieser, bis die Eheleute Heinrich und Anna Leis das Gasthaus im Jahre 1938 in die Ära Leis führten.

Das 20. Jahrhundert und die Zukunft

1938 kamen Anna und Heinrich Leis aus Bargen (Sinsheim) nach Buchen und übernahmen am 20. Mai das Anwesen. 1959 ging es an ihren Sohn Otto und seine Frau Elisabeth über. Otto Leis sollte von den 60er bis in die 90er Jahre hinein der Wirt des „bei der Bevölkerung von Buchen und weiten Teilen darüber hinaus beliebten Gasthauses“ (RNZ vom 26. August 1980) werden, bis schließlich in dritter Generation Stefan Leis das Haus weiterführen sollte und von 1995 bis 2015 den Titel des „Schwanen-Wirts“ trug.

Nach einer Renovierung und Erweiterung in den Jahren 1962 und ´67 wurde das Gasthaus „Zum Schwanen“ im Rahmen der Stadtsanierung von 1980 nach Plänen des Architekten Eduard Stetter „großzügig umgestaltet“. Der Schankraum erfuhr eine Vergrößerung und Umgestaltung, der Nebenraum ist zum Saal erweitert worden, statt bisher 45 fasst er nun bequem 70 Plätze. Gegen den Innenhof wurden neue Fenster eingesetzt.

Stefan und Anette Leis führten den Schwanen von 1995 bis 2015, bis der frühe Tod Stefan Leis´ die Ära Leis beendete. Simon Schäfer, früherer Nachbarsjunge und Koch (nicht zuletzt durch den Einfluss seines Freundes Stefan Leis) übernahm im Sommer 2015 als neuer „Schwanen-Wirt“ das Gasthaus.

Die Geschichte des Hauses und seiner Gebäulichkeiten, die Lage in der Nachbarschaft des historischen Museumshofes und am Ende der schönen Kellereistraße sowie die Freude und Liebe zu seinem Beruf, die Unterstützung durch ein hoch motiviertes Team und eine gute Familie wie Freunde im Rücken, lassen den neuen Schwanen-Wirt mit vollster Zuversicht in eine glorreiche Zukunft blicken.

 

Dieser Text erscheint in der Reihe „Geschichte(n) des Schwanen“.